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Arbeiten um zu leben, oder leben um zu arbeiten?

Arbeiten um zu leben, oder leben um zu arbeiten?
 
Diese alte Frage müssen auch wir uns immer noch im 21. Jahrhundert, und insbesondere heute am 01. Mai, dem Tag der Arbeit, stellen. Während sich Bankenmanager und Aufsichtsratsvorsitzende Boni in Millionenhöhe auszahlen, stagnieren die Löhne, verarmt der Mittelstand und versinken ganze Länder in Schuldenbergen. Claus Weselsky von der GDL machte bereits zum dritten Mal in den vergangenen Wochen das, wozu auch heute am 01. Mai wieder in ganz Deutschland aufgerufen wird: Er ging auf die Straße. Und auch immer häufiger gehen Erzieherinnen und Erzieherfür bessere Löhne auf die Straße und fordern mehr Geld für ihre nervenaufreibende Arbeit. Gesellschaftlich werden Streiks meist negativ aufgefasst und über die Folgen der Arbeitsverweigerung wird sich nur beschwert.
Doch die Fragen, die wir uns stellen sollten, ob es denn der richtige Weg ist, dass immer mehr Eltern dazu gezwungen sind, beiderseits zu arbeiten, um die Familie zu versorgen, dass immer mehr Erwerbsfähige mehrere Jobs nebeneinander haben, da sie von einem Gehalt nicht mehr leben können, oder, dass immer mehr Bürger beim Arbeitsamt ihr Gehalt “aufstocken” müssen, da sie unterhalb des Hartz IV Satzes verdienen, die stellen wir uns nicht. 
Nein, im Gegenteil! Wir schimpfen sogar noch auf die, die sich gegen diesen Trend, diese Zukunft wehren. Anstatt über andere Arbeitsmodelle zu diskutieren, geschweige denn überhaupt zu reden, gehen wir lieber jeden Tag weiter brav zur Arbeit und rechnen uns mit Bauchweh aus, wie wir am Ende des Monats die Miete bezahlen sollen.
Wir PIRATEN fordern deshalb heute am 01. Mai alle dazu auf, sich diese Fragen endlich zu stellen! In was für einer Gesellschaft wollen wir denn in Zukunft leben? Ist in einer Industrienation, die immer mehr durch Maschinen modernisiert und bestimmt wird, das Prinzip der Vollbeschäftigung noch durchführbar? Besteht der ganze Sinn unseres Lebens nur noch darin, zu arbeiten, bis uns Burnout, Herzinfarkt und Schlaganfall dahinraffen? Sind stattdessen vielleicht Alternativen wie ein bedingungsloses Grundeinkommen durchführbar? Es wird Zeit sich endlich darüber Gedanken zu machen.
„Die Menschen leben immer länger, aber nicht immer glücklicher. Zuerst arbeiten sie, um zu leben, und zuletzt arbeiten sie und vergessen zu leben. Sie haben nichts begriffen. Sie meinen noch immer, darin liege das Glück eines Menschen: viel arbeiten und viel verdienen, viel Bequemlichkeit und viel Freizeit haben, gut essen und lange leben. Wie kann man in einer Zeit mit so viel Wissenschaft so dumm sein! Wehr dich dagegen! Du bist keine Maschine, konstruiert für bestimmte Zwecke. Du bist mehr als deine Funktion, mehr als dein Posten, dein Beruf, deine Arbeit. Du bist an erster Stelle Mensch, dazu da, um zu leben, um zu lachen, um zu lieben. Ein guter Mensch sein – das ist das einzige wirklich Wichtige auf dieser Welt.“
Phil Bosmans (1922- 2012)

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